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Dienstag, 31. März 2015

Erste Milch & Honig Seife

Meine erste Seife ist in der Garage meiner Eltern am 7. Dezember 2014 entstanden. Ich war bis zur Unkenntlichkeit verkleidet - trug eine Skimütze aus den 70ern, aus dem Fundus meiner Eltern und einen Arbeitskittel meiner Mutter, noch aus der Zeit als sie in der Fabrik gearbeitet hat - in Größe 36. Mit der dicken hellgrauen Wollweste darunter und mit dem übrig gebliebenen Babyspeck an den Hüften bin ich momentan von der Größe 36 weit entfernt. Die Knopfleiste formte gewaltige O's zwischen den Knöpfen. Meine Eltern schauten dabei auf meine Kinder - all diese Sicherheitsvorkehrungen aus Respekt vor dem Seifensieden.
Zusätzlich hat mir mein Freund Markus Mundschutz organisiert - mit einer Plastikleiste, um die Augen zu schützen. Das Garagentor war offen und mein Vater hat mir zum Seifensieden eine Bierbank und einen Biertisch aufgestellt - so stand ich quasi einen Meter neben einer Nebenstraße. Gegenüber der Parkplatz eines Arztes, der Gott sei Dank an diesem Tag seine Pforten geschlossen hatte.
Mein Outfit passte jedenfalls zur nachfolgenden Performance bei der Erstellung der Seife. Ich habe ein einfaches 25er Rezept gewählt und mir gedacht, dass Honig in der Seife noch toll wäre (erfahrenen Siegerinnen müsste ich an dieser Stelle ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben). Selbstverständlich auch noch Honigduft (jetzt ein Grinsen). Im Nachhinein, mit ein bisschen mehr Erfahrung frage ich mich, warum mir das 25er Rezept ohne weitere Zusätze nicht als große Herausforderung vorgekommen ist. Nun ja, die Tonerde habe ich ohne vorher in Öl zu dispergieren in den Seifenleim gegeben, das Titandioxid auch. Ach ja, ich wollte ja auch noch ein Muster in die Seife sieden. Zu dieser Herausforderung ist es nicht gekommen, da mir beim Stabmixen - wohl durch aufgeregtes Atmen - der Plastikschutz über den Augen angelaufen ist. Sehen konnte ich gar nichts mehr und ich habe wie eine Wilde gemixt. Dann bin ich ins Haus gelaufen und habe kurz durchgefragt ob ich eine Schutzbrille haben könnte - Mama meinte, die ist eh in der Garage und Papa meinte, er bringt mir eine. Als ich wieder gegangen bin, hat Mama den Papa informiert, dass sie mir schon eine Schutzbrille gegeben hat - die ich natürlich nicht gefunden habe. So stand ich neben meinem Seifenleim bis ich nur mehr einen Klumpen vor mir hatte, den ich dann in die vom Papa gebastelte Form gespachtelt habe.
Internetrecherchen haben mich dazu gebracht die Seife am nächsten Tag einzuseifen. 4 Stunden lang war das gute Stück bei Niedrigsttemperaturen im Backrohr - weitere Recherchen haben mich dann dazu gebracht etwas Flüssigkeit hinzuzuleeren - Milch. Mir gefiel der Gedanke eine Milch & Honig Seife herzustellen. Irgendetwas Positives musste ich dem Fiasko ja abgewinnen. Mit der Milch gelang das einseifen viel besser, die Titandioxid- und rosa Tonerde-Pünktchen stören im Endprodukt gar nicht so :-)

Hier ein Foto von der ersten Seife im Glück




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